|
Seite 1 von 4 Die Landwirtschaft spielt auf dem Hümmling seit je her eine wichtige Rolle und ist auch heute noch ein wichtiger Wirtschaftszweig.
Ackerbau
Die Ackerflächen auf dem Hümmling werden traditionell in Esch, Kamp, Feld und Moor unterschieden. Die traditionelle wichtigste Anbauform im Emsland war die bereits erwähnte, sogenannte Plaggenwirtschaft / Eschkultur. Im Gegensatz zu der, in anderen Gegenden verbreiteten, „Dreifelderwirtschaft“ und ähnlichen Brachesystemen liegen hier zusam menhängende Längsstreifenfluren im Zentrum der ringförmigen Eschdörfer, auch Drubbel genannt.
Diese Esche werden seit der römischen Kaiserzeit über viele Jahrhunderte fast ausschließlich mit Roggen bewirtschaftet (HÜPPE, J. (2002), S. 158). Pollenanalytische Untersuchungen von KRAMM (1978) zeigen, daß schon um ca. 200 n. Chr. geschlossene Roggenvorkommen aufkamen (POTT, R. (1999), S. 205/206). So war der Roggen, das „Korn“ schlechthin, und seine Produkte, neben den Erzeugnissen der Schafhaltung, bis ins 19. Jahrhundert das wichtigste landwirtschaftliche Produkt der Region, da die Nährstoffarmut der Sandböden auf dem Hümmling einen geregelten Fruchtwechsel unmöglich machte (POTT, R. (1999), S. 206).
Diese Form der Ackerwirtschaft war nur möglich, weil die Menschen jedes Jahr sehr große Mengen organischen Düngers in Form von Heideplaggen und andere organische Streu als Stalleinstreu verwendeten und dann zusammen mit dem Mist auf die Felder aufbrachten (EIYNCK, A. (2002), S. 41,43). Esch und Kamp können nach BÖCKENHOFF-GREWING, J. (1929), S. 93 ff. ganz oder teilweise von Wallhecken umgeben sein. Abbildung 6.5-2 zeigt schematisch die Wirtschaftsweise der Eschkultur. Die Eschwirtschaft hat viele Dörfer im Emsland seit dem hohen Mittelalter deutlich geprägt. Die so über lange Zeit aufgebauten uhrglasförmigen Esche können leicht eine Mächtigkeit von 1,5 m erreichen (HÜPPE, J. (2002), S. 158). Um die wachsende Bevölkerung zu ernähren, werden zunehmend neue Flächen landwirtschaftlich genutzt. Während Esch und Kamp als relativ fruchtbar beschrieben werden, handelt es sich beim Feld um erst in jüngerer Zeit in die Ackernutzung genommene Flächen, die als oft sehr trocken und mager beschrieben werden. Auf dem Feld werden dementsprechend Roggen und Lupinen angebaut. (BÖCKENHOFF-GREWING, J. (1929), S. 93 ff.) |