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Auf europäischer Ebene sind die jahrzehntelangen Bemühungen um den Schutz der Hümmlingbachniederungen durch die Ausweisung großer Niederungsgebiete von Marka, Mittelradde und Südradde als EU-Vogelschutzgebiet endlich erfolgreich gewesen. Nun muss die Umsetzung in nationales Recht erfolgen.
Hier sind die Landkreise Cloppenburg und Emsland gefordert. Eine Ausweisung als Landschaftsschutz- oder Naturschutzgebiet ist geplant. Der Arbeitskreis Feuchtwiesenschutz favorisiert die Naturschutzgebietsvariante. Der Grund: Diese ermöglicht eine größere finanzielle Unterstützung der Landwirte. Es ist allerdings zu konstatieren, dass beim Erhalt dieses Feuchtgrünlandareals von europäischem Rang viel Zeit verloren wurde. Zahlreiche Feuchtgrünländer wurden zerstört und als Folge dessen sind die Brutbestände von bedrohten Limikolenarten in den Hümmlingbachniederungen stark zurückgegangen. Eine laufende Diplomarbeit weist u.a. am Beispiel der Niederungen von Marka und Mittelradde nach, dass der zur Verfügung stehende grünlanddominierte Lebensraum für Wiesenvögel in den letzten 80 Jahren durch Aufforstungen, Verbuschung von Flächen, Gehölzstreifen, Entwässerungen und Nutzungsintensivierungen erheblich dezimiert wurde. Dennoch hat die jüngste Kartierung des Arbeitskreises im Jahr 2007 gezeigt, dass immer noch individuenstarke Limikolenbrutbestände bei Großem Brachvogel, Uferschnepfe und Kiebitz in den Hümmlingbachniederungen vorkommen. Eine Lichtblick: Eine weitere, laufende Diplomarbeit zeigt, dass durch ehrenamtliches Engagement und teilweise initiierte Gelege- und Kükenschutzprogramme der Landkreise Cloppenburg und Emsland landwirtschaftlich bedingte Gelegeverluste auf meheren hunderten Hektaren so gut wie ausgeschlossen worden sind. Neben diesem positiven Ansatz der Landwirtschaft bleibt festzustellen, dass einerseits das Erfolgskonzept des Gelegeschutzes auf die gesamte Hümmlingbachniederungen ausgedehnt und dem Kükenschutz zukünftig besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden muss, wenn ein ausreichender Bruterfolg der wiesenbrütenden Limikolen erzielt werden soll. Eine weiterer Hoffnungsschimmer: Die Landkreise Cloppenburg und Emsland haben versucht, in der Südraddeniederung durch Flächenankäufe mit anschließender Nutzungsextensivierung in der Größenordnung von ca. 200 Hektar Feuchtgrünländer zu erhalten. Auf diesen Flächen wurden zudem in den vergangenen 10-15 Jahren mit Unterstützung des Arbeitskreises eine große Anzahl von Blänken angelegt. Diese haben sich u.a. für den Nahrungserwerb von Küken der Wiesenlimikolen gut entwickelt. Andererseits bedürfen sie einer regelmäßigen Pflege, wenn sie diese ökologische Funktion weiterhin erfüllen sollen. Der Arbeitskreis hat daher den ökologischen Zustand der landkreiseigenen Flächen und Blänken 2007 untersucht und dokumentiert. Für die Zukunft sind ehrenamtliche Arbeits- und Pflegeeinsätze sowie eine Unterstützung des Landkreises Cloppenburg geplant, um den hohen ökologischen Wert einiger Blänken möglichst schnell wiederherzustellen und damit eine positives Zeichen für die Pflege und weitere Anlage von Blänken in den Hümmlingbachniederungen zu setzen. Ein ganz wichtiges Ziel wird eine konstruktive und kooperative Zusammenarbeit mit den vor Ort aktiven Landwirten bilden. So sollen Landwirte unterstützt werden, die bereit sind, an Gelege- und Kükenschutzprogrammen teilzunehmen. Andererseits sollen Betriebe gefördert werden, die Interesse und Möglichkeiten besitzen, Bioprodukte im Sinne von Bio-Fleisch und Bio-Milch aus den Hümmlingbachniederungen zu erzeugen. Nur mit einer ökologisch nachhaltigen und daher auch lukrativen Grünlandnutzung erscheint in den Hümmlingbachniederungen auch ein Schutz dieses Lebensraumes und seiner artenreichen Tier- und Pflanzenwelt realisierbar. |